Impuls fürs Mittagsgebet - Freitag, 27.03.2020

Impuls fürs Mittagsgebet - Freitag, 27.03.2020

Liebe Mitglieder und Freunde von San Mateo,
Wie geht es Ihnen? Wie geht es Dir?
Eine Woche ist es nun her, dass die Ausgangssperre gilt.
Was mögen Sie erlebt haben?

Eines ist mir besonders wichtig geworden in diesen Tagen: Das Mittagsgebet in der San Mateo Kirche! Auch wenn wir uns nicht sehen können, können wir uns verbunden wissen in besonderer Weise um 12.00 Uhr beim Mittagsgebet.
Manche fragen sich vielleicht, was bringt so ein Mittaggebet? Und was mache ich da?

Ja – es ist ein Mittagsgebet in seltsamen Zeiten. Dabei hat so ein Mittagsgebet keine fertigen Antworten. Es ist mehr ein Suchen. Manchmal auch ein finden. Es ist ein Tasten im Glauben. Weil das Vertrauen in Gott immer „im Werden“ ist, wie die Jahreslosung es sagt: Ich glaube – hilf meinem Unglauben!

Hier nun der Ablauf des Mittagsgebets, zu dem ich jeden Tag einlade!

Stellen Sie sich vor, Sie sehen mich und sehen die Kirche.
Wir hören die Glocke von San Mateo.
Wir gehen in die Kirche, setzen uns auf eine Bank, unser Blick zum Altar.
Die Kerzen werden angezündet am Altar und das Osterlicht. Auch unsere „Ökumenische“ Jubiläums-Kerze (20 Jahre gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre), die im Taufstein steht. Hier kommen wir zur Ruhe. Es tut gut hier zu sein. Auch die Gedanken werden stiller. Licht und Leben für uns.

Wir singen / sprechen die Worte des Liedes:
Meine Zeit steht in deinen Händen, nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in Dir. Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz mach es fest in Dir!

Wir lesen den Wochenpsalm.
Für die vierte Woche der Passionszeit sind es Verse aus Psalm 84:
Wie leiblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!
Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn.
Mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott.
Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.
Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln! Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es Ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen. Sie gehen von einer Kraft zur Anderen und schauen den wahren Gott in Zion.
Herr, Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs!
Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre.
Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt! Amen
Auf dem Altar stehen sechs Kerzen, die ich nacheinander – zu jeder Fürbitte – anzünde.
Für Menschen, die gerade krank sind oder auf ihre Diagnose warten.
Für Menschen, die sich um Kranke kümmern, mit ihnen hoffen und bangen.
Für Menschen, die Angst haben, und die Unsicherheit zu schaffen macht.
Für Menschen, denen es gerade Zuhause nicht gut geht.
Für Menschen, die Verantwortung tragen.
Für Dich und mich.

Vater Unser

(Wenn Sie ein Anliegen haben, dann schreiben Sie es mir (wie es einige es schon getan haben und ich nehme es in die Fürbitte mit auf!)

Der Segen!

Frühmorgens um 6.00 Uhr an der Haltestelle für den Schulbus des Colegio Andino bei mir auf der Septima, hat eine Mutter jedes Mal bevor ihre Tochter in den Bus gestiegen ist, ein Kreuz mit dem Daumen auf ihre Stirn gezeichnet. Wie wunderbar! Auch mir hat es immer gut getan, dass zu sehen!
Keiner weiß, wie der Tag werden wird. Aber da ist die Erfahrung bewahrt zu sein. Nicht aus meiner eigenen Kraft, sondern weil da einer sagt: „Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir in allem, was geschieht.“ Und so gibt es Dinge, die kann ich mir nicht selber zusprechen. Ich brauche unser Miteinander und den Segen von Gott.
Segen, um zu erleben, dass Gott uns birgt, wie er es versprochen hat.
Segen, um zu spüren, dass der Boden trägt, auf dem er uns jetzt stellt.
Segen, um Vertrauen zu können, dass er uns begleitet, auch in diesen Tag, in die Nacht, und in die nächste Zeit.

Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag, Gott ist mit uns am Abend und an jedem neuen Tag.

In diesem Vertrauen segne uns und unsere Liebe der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Bleiben Sie und Ihre Lieben behütet!

Christhild Grafe, pastora